»Wir werden schon sehen, daß Du ein Bauer werden kannst. Wir werden schon sehen!« sagte er. – –
Hannes hielt mit der Hundefuhre mitten auf dem Wege an. Aus einem Feldraine bog ein Trupp Schnitter ein, und an ihrer Spitze schritt schwer und gewichtig August Reichel, der Vater des Hannes.
»Na, da komm mal schnell, Heinrich, sonst passiert da unten ein Unglück!« sagte der Lumpenmann und schritt mit seinem Begleiter rüstig aus.
Sie kamen ziemlich gleichzeitig mit den Schnittern an dem Wagen an. August Reichel, ein Riese von Gestalt, blieb stehen und betrachtete höchst beängstigenden Blickes seinen Sprößling, der da beklommen vor ihm stand und mit der einen Hand krampfhaft hinter dem Rücken etwas versteckte.
Der Riese reckte ein wenig den Hals und konnte so ganz bequem auch aus einiger Entfernung die Rückseite seines Nachkommens einer genauen Musterung unterziehen. Ein Zucken ging über das Gesicht des Goliath.
»Her!« sagte er lakonisch und streckte die Hand aus.
Hannes reichte ihm die ruinierte »Trauertonne« und schielte halb ängstlich, halb abwartend durch die Haare, die ihm in die Stirn hingen, zu seinem muskulösen Vater hinauf.
Der betrachtete den Zylinder, nahm den Strohhut vom Kopfe, probierte den Zylinder auf, fand, daß er ihm passe, prüfte dann das Schweißleder und hieb plötzlich dem Knirps vor ihm den Hut mit solcher Wucht auf den Kopf, daß dieser bis übers Kinn darin versank und mit beiden Beinen zugleich auf der Straße kniete.
»August, halb und halb bin ich schuld,« sagte der Lumpenmann beschwichtigend, »ich hab' zwei Zylinderhüte zu Hause; ich schick' Dir einen.«
Über das breite Gesicht des Riesen ging ein Lächeln.