»Das weiß ich nicht. Sie hat geweint, als sie heimkam. Das ist es auch, was mir immer so bange macht, daß die Mutter nicht gesund ist.«

Sie gingen eine Weile schweigend weiter.

»Sieh nur, daß Du weiter auf der Schule fortkommst, Heinrich! Gelt, bis in die Prima mußt Du, eh' Du den Einjährigen hast?«

»Bloß bis Ober-Sekunda.«

»Das wär'n also reichlich noch drei Jahre. Sieh och, Heinrich, 's is schon gutt, wenn Du was lernst. Auf alle Fälle is gutt. 's is ja ganz erbärmlich, wenn einer so tumm is wie zum Beispiel ich. Kannste denn eine Stellung kriegen, wenn Du einjährig bist, Heinrich?«

»O ja, es war einer mit auf unserer Bude, der ist nach 'm Einjährigen abgegangen, und jetzt ist er Schreiber auf einem Landratsamte, und dann wird er Kreissekretär oder so ähnlich. Aber ich mag nicht Kreissekretär werden. Ich will Bauer werden.«

»Schon, schon, Heinrich! Aber sieh mal, am Ende könnt'st Du Dich doch später anders besinnen.«

»Nie, Mathias, nie! Ich übernehm' das Gut. Das ist tausendmal besser, als wenn ich so in einer Schreibstube sitzen muß.«

Ein Blick des Lumpenmannes glitt über die goldenen Fluren, die sich rechts und links von ihm ausdehnten und die alle jetzt noch den Raschdorfs gehörten.