Heinrich biß die Zähne aufeinander. Der Wirt hatte seine früheren Stammgäste, die in letzter Zeit immer mehr und mehr ausgeblieben waren, zu einer Verlobungsfeier eingeladen und zu diesem Zwecke ein Faß echten Bieres kommen lassen.
Nun wollte niemand erscheinen.
»Ja, es ist arg,« sagte Heinrich. »Ich hätte nicht gedacht, daß sie es so weit treiben würden. Aber der Riedel hat heute ein Fest unten im Dorfe in Polers Wirtshaus angesagt und Freibier versprochen, und der Barbier ist durchs ganze Dorf, um dazu einzuladen. Das ist niederträchtig, das ist einfach niederträchtig!«
Schräger grub die Hände tief in die Hosentaschen.
»Bankrott wird man noch werden,« knurrte er in tiefstem Unmut.
Ein Schatten flog über Heinrichs Gesicht. Lotte bemerkte es wohl und legte ihrem Vater die Hände auf die Schultern.
»Vater, sei nicht mürrisch! Nicht heute! Die Leute werden schon wiederkommen. Lange wird's ihnen beim Poler nicht gefallen. Dann kommen alle wieder zu Dir.«
Schräger knurrte etwas und ging hinüber nach der Wirtsstube. Dort goß er ein großes Glas voll Rum und trank es aus.
Das Mädchen ging nach der Küche, und Heinrich war allein. Er trat ans Fenster und sah nach seinem Hofe hinüber. Je eher, je besser wollte er die Lotte hinüberholen. Denn mit Schräger war auf die Dauer nicht auszukommen.