Das Streichholz erlosch. Eine Jagd ging los. Voran der Idiot, hinterher ein Knecht des Buchenhofes, der das Geräusch der Tore gehört hatte und dem Burschen nachgeschlichen war.

»Stehen bleiben! Halt! Stehen bleiben!«

Ein furchtbares Brüllen kam dem Jungen vom Munde. Er fiel über einen Gegenstand, stand auf, sprang weiter und fand in der Angst nicht das Tor. Es war rabenfinster. Man hörte das Keuchen der beiden Menschen. Ein paarmal streifte der Knecht mit der Hand den Jungen. Der aber wich immer geschickt aus. Es war ein furchtbares, entsetzliches Suchen und Haschen. – Eine Leiter stand da, die nach dem Getreideboden führte – jetzt faßte der Idiot die Leiter und stieg hinauf, lautlos wie eine Katze.

Der Knecht stand unten lauschend still. Wo war er?

»Wo bist Du, Lump? Wart', vielleicht auf der Leiter – wart', da krieg ich Dich!«

Ein Rutschen – ein schwaches Knacken – dann ein markerschütternder Schrei, und ein schwerer Körper sauste aus der Höhe auf die Tenne. Einen lallenden Schreckenslaut stieß der Knecht aus. Dann war Totenstille.


Auf das Schreien des Knechtes kamen die Leute mit Lichtern nach der Scheune gestürzt, dann eilte eine Magd über die Straße hinüber nach dem Kretscham. Sie riß die Tür auf und schrie in die Stube:

»Jeses, a Unglück, a Unglück! Der Gustav hat unsre Scheune anzünden woll'n, und da is a von der Leiter gestürzt und hat a Hals gebrochen!«

»Du – Du – o Du – ich – i – was – was? –«