»Ich hab' nischt gewußt, Stenzeln! Hörst Du? Nischt gewußt! Sag's den Leuten! Ich – ich kann nich dafür, ich bin unschuldig! Hörst Du? Sag's den Leuten, sonst verklag' ich sie, sonst verklag' ich sie alle! Sag' ihnen das!«

Er sank auf einen Stuhl. Die Stenzeln fing an zu weinen.

»Kommen Sie doch mit herunter, Herr Schräger! Bleiben Sie doch nich so alleine!«

Er schüttelte sich.

»Geh' Stenzeln, geh' raus! Es kommt jemand im Hausflur. Geh'! Sachte! Sachte! Sag' nischt, Stenzeln, sag' nischt! Ich bin nich da! Hörst Du? Geh', geh' raus! Stenzeln, geh' raus!«

Er drängte sie durch die Tür und schloß hinter sich ab.


Tief in der Nacht war's. Die Lotte lag mit weit geöffneten Augen im Bett. Es war stockfinster in der Stube, und die Uhr war stehen geblieben. Draußen stieß der Sturm an den Giebel, und die Äste eines hohen Baumes schlugen manchmal an die Fenster.

Das Mädchen faltete die Hände. Da drückte sie etwas – das war der goldene Ring!

Sein Ring! Und drunten lag ihr Bruder!