Wie die Rosen dufteten!

»Er hat's nicht besser verstanden, der arme, unglückliche Mensch!«

So edel war der Heinrich!

Aber sie – sie? War es nicht ein Verbrechen, daß sie diesen Ring trug? Daß sie in einer Familie Liebe und Glück suchte, wohin ihr Bruder Armut, Not, Tod und Schande getragen?

Die Lene! O Gott, was würde die Lene sagen! Wenn sie das jetzt erfuhr, dann ruhte ihr Fluch über ihrer und Heinrichs Liebe, jetzt mit Recht.

Der Ring! Wie er grausam drückte!

Wenn sie sterben könnte, und das auslöschen könnte, dann stürbe sie gern, noch diese Nacht!

Da! – Draußen ging ein Schritt, ein ganz leiser Schritt! – Jetzt! – Ein matter Lichtschein huschte unten an der Türschwelle vorbei. Was war das? – Was war das? – Und nun ein Wimmern, ein furchtbares, schwer unterdrücktes Wimmern unten im Hausflur.

»O Gott, der Vater!«