»Vater, ich sag's ihm nicht – ich werd's ihm nicht sagen, ich werd' Dich ja nicht verraten, aber Du mußt alles tun, was ich will – alles!«
Kapitel 18
Im Buchenhofe schlug eine Uhr die dritte Morgenstunde. Heinrich Raschdorf lag wach im Bett. Aus dem Dämmerlicht leuchtete matt eine Silberschrift von der Wand: »Des Vaters Segen bauet den Kindern Häuser.«
Der Ruhelose schloß die Augen und sprach mit sich selbst, weil er sprechen mußte.
Der schuld war, lag drüben stumm und kühl. Seine arme Seele war hinüber. Und den Reinen gehört das Leben. Das zertrümmert nichts: kein Freundeszorn, kein Schwesterfluch. Auf ein reines Leben kommt kein Unsegen hernieder, auch nicht von einem Geopferten.
So kämpfte Heinrich Raschdorf wider sein empfindsames Herz. Er kämpfte lange vergebens. Drunten schlug die heisere Uhr viermal, dann fünfmal, ohne daß sich die Qual des jungen Mannes vermindert hatte. Erst gegen Morgen fiel er in schweren Schlummer.