»Aber der silberne ist auch niedlich – sehr hübsch ist er,« sagte Heinrich.

»So behalt' ihn,« sagte Berger.

»Den mit »Liebe«?« fragte Hannes erstaunt. »Wem willste denn den mit »Liebe« schenken, Heinrich?«

Der Quartaner wurde blutrot.

»Ach, niemand,« stotterte er, »niemand, vielleicht der Liese.«

Und er gab das unechte, kleine Ringlein der Liese, der Tochter Bergers, die schon lange mit roten Wangen hinter ihm gestanden hatte.


Am Abend noch, als die Sonne im Verlöschen war, ging Mathias Berger die Dorfstraße hinab nach der Schule. Die beiden Knaben waren längst zu Hause; die kleine Liese lag im Bett und schlief und hatte das silberne Ringlein am Finger.

Der alte Dorfkantor Johannes Henschel saß an einem Harmonium und spielte aus einer Orgelpartitur.

»Es ist eine schwere Sache, eine sehr schwere Sache, Herr Kontor, wegen der ich komme,« sagte Berger.