»Das hat der Alte Fritz getan,« belehrte ihn Heinrich. »Vor der Zeit des Alten Fritz gab's keine Lumpenmänner in Schlesien.«
»Da hat der Alte Fritz was sehr Kluges gemacht,« entgegnete Berger.
»Is überhaupt sehr tüchtig gewesen,« sagte Hannes wohlwollend, um damit zu zeigen, daß er auch in der Geschichte bewandert sei. Dabei stellte er drei Ringe in die engere Wahl: einen Diamantring, einen Rubinring und einen einfachen Silberreif, auf dem das Wort »Liebe« eingeprägt war.
»Ja,« nahm Heinrich wieder das Wort, »der Alte Fritz war sehr sparsam, und er wollte nicht, daß die Leute was wegwarfen: Lumpen, Knochen, altes Eisen und so ähnlich. Da setzte er die Lumpenmänner im Lande ein. Und die mußten solche Dinge im Kasten haben wie Sie, Mathias. Und das nennt man Tauschhandel. Wobei es auch auf die neuen Papierfabriken ankam.«
Bergers Augen leuchteten. »Sieh mal, Heinrich, das is doch hübsch, wenn einer das alles weiß. Ich bin nu schon so lange Lumpenmann, und ich bin es auch gerne; aber ich hab' noch nie gewußt, wer uns eigentlich erfunden hat. Es wär' doch hübsch, wenn Du weiter studiertest und ein Gelehrter würdest. Nich, Heinrich? Sieh mal, Bauern gibt's doch massenhaft auf der Welt.«
Der Knabe fühlte sich geschmeichelt, aber er schüttelte doch den Kopf.
»Nein, ich will Bauer sein. Ich will den Hof übernehmen. Ich will immer hier sein.«
»Das is richtig,« stimmte Hannes bei; »wenn Du nich da bist, is nischt los zu Hause. Sieh mal, Heinrich, welchen nehm' ich nu: den mit dem weißen oder den mit dem roten Stein? Den silbernen mit »Liebe« mag ich nich; da gäb' mir die Lene am Ende 'ne Backpfeife. Ich denke, ich nehm' den roten.«
»Nimm sie beide, Hannes,« sagte der Lumpenmann. »Wer die Wahl hat, hat die Qual.«