Er setzte sich auf die Ofenbank. Des Vaters Jagdgewehr fiel ihm ein. Es war zweiläufig. Die eine Patrone war abgeschossen, die andere steckte noch. Am Ende wäre sie noch brauchbar. Schade um so eine Patrone, wenn sie jahrelang unbenutzt in einem Laufe steckt!
Er sah hinüber nach des Vaters Bilde.
»Jawohl, du – wir haben hübsche Nachbarsleute! Da ist was zu holen, etwas ganz Bestimmtes, das keiner zweimal braucht!«
Eine halbe Stunde verging. Grauen, Schmerz, Wut wechselten in seiner Seele ab, über alles ging eine riesengroße Verwunderung, die Verwunderung, daß ein Mensch so handeln könne wie die Lotte, die Verwunderung, daß einen Menschen ein so jammervolles Schicksal treffen könne wie ihn. –
Das Hoftürchen ging draußen, und ein Männerkopf wurde an den Fenstern sichtbar – Mathias!
Heinrich rührte sich nicht, sagte auch kein Wort, als es leise an die Tür klopfte. Da öffnete Mathias behutsam und trat ein.
»Heinrich!«
Der regte sich nicht und sah auf den Fußboden.
»Heinrich, die Lotte schickt mich zu Dir! Sie hat mir einen Brief geschrieben.«