»Heinrich kommt vier Uhr nach Breslau. Abholen! Wichtiges vorgefallen. Mathias.«

Hannes befühlte seine Soldatenbeine. Es steckte jetzt noch ein furchtbarer Schreck darin, denn er hatte immer gedacht, ein Telegramm könne bloß kommen, wenn jemand gestorben sei. Er hatte auch augenblicklich angefangen zu heulen, als ihm das Telegramm übergeben wurde, und dafür von seinem Hauptmann, der zufällig anwesend war, einen Rüffel und gleich hinterher »Nachturlaub« bekommen, als dieser das Telegramm gelesen hatte. So war der Alte: erst anschnauzen und dann von selber Urlaub geben!

Die Beine, die Beine! Hannes ist fest überzeugt, daß er hinkt, wie er so in schweren Gedanken wieder durch die Halle schreitet. Wichtiges vorgefallen! Er ahnte, daß es nichts Gutes sein könne, und war überhaupt nicht für »wichtige« Dinge.

Da fuhr der Zug donnernd in den Bahnhof! Der junge Vaterlandsverteidiger lehnte sich an eine Säule und ließ die Leute an sich vorübergehen. Nicht lange, da sah er ihn, den er suchte.

»Heinrich! Heinrich, was ist denn passiert? Was ist denn Wichtiges passiert?«

»Du – Hannes! Wo kommst Du her? Woher weißt Du denn, daß ich –«

»Vorsicht! Platz da! Vorsicht!«

Sie gingen hinaus auf den freien Platz vor dem Bahnhof.

»Heinrich, sag' mir, ist jemand gestorben?«

Der sah ihn ernst und wortlos an.