»Heinrich, sag' mir's doch! Ist – ist vielleicht mein Vater gestorben?«
Dem Rekruten schoß das Wasser in die Augen.
»Nein, Hannes! Sie sind alle gesund. Nur ich – nur ich wäre beinahe gestorben.«
»Du? Was fehlt Dir?«
»Jetzt nichts mehr! Jetzt fehlt mir gar nichts mehr!«
In einem Gasthause fanden sie einen stillen Winkel. Dort erzählte Heinrich kurz, hart, oft vom eigenen Lachen unterbrochen, was ihn hergeführt habe. Was er hier wolle, wisse er nicht. Nur von Hause wolle er fort sein. Es sei ja so herrlich in Breslau. Dann gingen sie auf Heinrichs Wunsch in ein Variété. Und ob Hannes noch im Gasthause steinunglücklich gewesen war, hier war er überrascht von den blendenden Dingen, die auf der Bühne vor sich gingen, und er vergaß vor lauter Staunen allen Kummer.
Heinrich saß still neben ihm. Er fühlte den Hohn dieser Lage. Vor einer Woche, ja noch gestern früh hätte er das nicht gedacht.
Eine Tiroler Sängertruppe trat auf. Sie sang ein Heimwehlied. Da ging Heinrich nach dem Büfett und trank ein Glas Bier, während Hannes in stummer Andacht dasaß. Die ganze Nacht saßen sie in Gasthäusern herum, und beiden glühte der Kopf. Bis zur Kaserne begleitete Heinrich seinen Freund.
»Gute Nacht, Hannes! Du warst noch der einzige, der mir treu geblieben ist, Du und Dein Vater. Jetzt werden wir uns ja hier auch manchmal sehen!«