Mathias Berger nahm wieder das Wort.

»Sehn Sie, Herr Kantor, das ist ja eigentlich nicht meine Sache. Es geht mich gar nischt an. Aber Sie wissen ja, ich bin Ihn'n viel Dank schuldig. Wie ich a blutarmer Junge war, ohne Vater und Mutter, da haben Sie mich aufgenommen und mich großgefüttert. Das vergess' ich nich, und wenn ich hundert Jahr' werd'. Was mir das jetzt leid tut, kann ich gar nich sagen. Aber, Herr Kantor, der Herr Raschdorf sollte sich nich mit 'm Schräger einlassen. Das is a grundschlechter Kerl!«

»Der Gastwirt? Ach nein, Berger! Der hat ja meinem Schwiegersohn immer noch ausgeholfen, wenn's einmal fehlte.«

»Ausgeholfen, Herr Kantor! Warum denn? Warum denn? Weil a ihn nach und nach ganz in seine Gewalt kriegen will. Bloß darum! Ich sag' Ihnen, dem dicken Kerle wird erst ganz wohl sein, wenn a beide Höfe hat. Darauf spekuliert a, darauf hat a's abgesehn! Schräger is Raschdorfs größter Feind!«

Der alte Kantor schüttelte unwillig den Kopf.

»Das müssen Sie nicht sagen, Berger, das ist unrecht! Schräger hat sein Geld auf die letzte Hypothek gegeben. Der ist ein Freund von meinem Schwiegersohn.«

Mathias Berger erhob sich.

»Na, da – da tut mir's leid, daß ich was gesagt hab'.«

»Setzen Sie sich, Berger, setzen Sie sich doch wieder! Sie sehen zu schwarz. Der Schräger und mein Schwiegersohn sind Freunde. Sie sind zusammen in die Schule gegangen, sie sind zusammen aufgewachsen. Schräger ist nicht schuld. Das ist halt Unglück, Berger, schreckliches Unglück! O Gott, ich weiß ja nicht, was werden soll! Fünftausend Taler! Und mir hat er immer nichts gesagt, wie's steht, nichts!«