Eine Pause entstand. Beide Männer starrten vor sich hin.

»Um Ihre Tochter tut mir's leid,« sagte Berger endlich leise.

Der alte Lehrer wandte sich ab.

»Und um den Jungen, um den Heinrich! Heute sagt a mir, a will nich studieren; a will Bauer werden – übernehmen die Wirtschaft –, das is ja a Jammer.«

Ernst und groß wandte der Alte die Augen dem schlichten Manne gegenüber zu.

»Ich hab' ein Unrecht begangen, Mathias – ich, nicht der Schräger. Ich mußte dem Raschdorf die Anna nicht geben. In so einem Gut muß Geld sein! Was waren da die paar Pfennige, die ich ihr mitgeben konnte? Gar nichts! Gar nichts! – Und nun ist das Elend da. Ich bin schuld daran, Mathias – ich!«

Berger richtete sich auf.

»Herr Kantor, nehmen Sie's nich übel, aber das is – das is Unsinn, was Sie da sagen. Sie sind nich schuld! Der Raschdorf stand sehr gut da. Der brauchte keine reiche Frau. Bei dem ging's ohne Mitgift. Aber wie hat a gelebt? Wie a gnädiger Herr! Immer oben raus! Und das Schlimmste: a hat sich mit dem Schräger eingelassen, und das is und bleibt ein Malefiz-Lump, und wenn a noch so scheinheilig tut, und wenn Sie noch so für ihn reden.«

Der Kantor schüttelte den Kopf.