»Hör' mal, Hannes, nun wollen wir mal über die Zukunft reden. Bis jetzt war mir alles so recht egal, aber heute will ich wieder mal Pläne machen. Also ich studiere Medizin.«

»Was?«

»Weißt Du, ich werd' ein Doktor. Kranken Menschen helfen, das ist noch etwas, was sich lohnt. Die Liese ist auch glücklich, weil sie bei Kranken ist. Und Du, Hannes, wirst wieder Bauer, wenn Du vom Militär los bist. Mit dem Bergmann werden, das ist nichts für Dich.«

»Nee, wirklich nich! Aber es is um die fünfzehn Mark wöchentlich und um die Lene. Die will ich doch heiraten.«

»Ja natürlich! Also kurz gesagt: Du pachtest mir den Buchenhof ab.«

Hannes zwinkerte ihn wehmütig an.

»Den Buchenhof abpachten? Das wär' was! Mein ganzes Vermögen is a Taler Schulden.«

»Vermögen brauchst Du nicht; etwas hat ja die Lene. Du bezahlst die Zinsen, und was von dem Gute und von der Ziegelei jährlich heraushängt, das heißt, was übrig ist, davon gibst Du mir die Hälfte als Pacht, wenn das Jahr um ist.«

Wenn Heinrich Raschdorf dem Hannes seine mathematische Prüfungsaufgabe vorgerechnet hätte, so hätte ihm der mit keinem fassungsloseren Gesicht gegenüber sitzen können als jetzt. Also gab ihm Heinrich einen langen, deutlichen Bericht über alle Ausgaben, die der Buchenhof erforderte, über die durchschnittlichen Erträgnisse und über den voraussichtlichen Gewinn, mit dem beide zufrieden sein könnten, wenn sie sich bescheiden einrichteten.

Das Ende vom Liede war, daß Hannes dem Heinrich um den Hals fiel und zum Steinerweichen zu heulen anfing. Erst allmählich gewöhnte er sich an das riesengroße Glück, das ihm bevorstand. Pächter vom Buchenhofe! Er, der arme Sohn des Schaffers! Und die Lene sein! Und er konnte wieder aufs alte, heimatliche Feld!