»Lotte, nun frag' ich Dich in dieser schweren, ernsten Stunde das dritte und letzte Mal, ob Du mein sein willst!«

Sie erschrak und wollte reden.

»Sprich nicht, Lotte! Was Du dagegen sagen kannst, gilt nichts – gar nichts mehr! Es ist alles oft gedacht, oft leidenschaftlich gesagt worden. Ich hab' selber alles gedacht, alles gesagt. Aber Leben und Tod haben uns alle widerlegt. Die Väter, die sich gestritten haben, liegen dort unten; zwischen uns ist nichts, was uns trennt.«

Der schwarze Schleier flatterte um sie; kalt pfiff der Wind über die Felder. Vor ihr lag der Weg in die Fremde, in eine öde, schwere Zukunft. Und neben ihr ging der, den sie liebte, und der sie erretten konnte von allem Leid, der allein sie aus dieser Nacht führen konnte auf die strahlende Straße des Glückes.

Da sprach sie leise:

»Wenn Du mich nach allem noch haben willst – ich wäre glücklich – ich wär' ja so glücklich!«

Er sagte nichts, er küßte sie nicht, er faßte sie nur fest an der Hand und führte sie heim nach dem Buchenhofe.