Sie erhob sich. Sie drückte dem Vater das eine Auge zu und er das andere. Nun lag er mit geschlossenen Augen, nun sah er nichts mehr.
Die beiden Lebenden schauten sich an.
Klein ist die Rache!
Ja, die Menschenrache ist klein!
Er führte sie hinaus.
Draußen auf dem Flur küßte er sie auf die Stirn.
»Der Kampf ist aus, Lotte! Jetzt muß endlich Friede sein!«
Drei Tage darauf wurde Julius Schräger begraben. Neben seinem Sohne fand er die letzte Ruhestätte. Nicht weit davon weg lag der alte Raschdorf. So waren sie auch im Tode Nachbarn.
Beim Begräbnis standen die Buchenhofleute vollzählig an Schrägers Grabe. Und die Dorfgemeinde sah es und erkannte darin ein Beispiel, wie Menschen vergeben und vergessen sollen.
Auf dem Heimwege ging Heinrich mit Lotte. Oben am wilden Kirschbaum blieb er stehen.