Es wurde still. Nur eine Zeitung knisterte, die der Idiot mit den Händen bearbeitete. Schräger trat wieder ans Fenster und sah hinaus. Langsam erhob sich Raschdorf und griff nach seinem Gewehr. Und so trat er neben den Wirt.

»Julius,« sagte er langsam und schwer, »ich werd' versuchen, daß Du zu Deinem Gelde kommst. Was ich heute rede, weiß ich nich. Mir summt alles im Koppe, und manchmal – da – da wird mir ganz trübe. Siehst Du, vorhin, draußen auf 'm Felde, da hab' ich so auf der Büchse gelehnt – so –«

»Sie is doch nich geladen?« kreischte der Wirt und trat ein paar Schritte zurück.

Raschdorf lächelte. »Vorhin war sie geladen – jetzt nich!«

Schräger betrachtete ihn mit unruhigen Augen.

»Du mußt doch nich – Du mußt doch nich, Hermann, hier in der Stube – leg' mal die Flinte weg und setz' Dich wieder! Wir wollen miteinander reden.«

Der andere folgte mechanisch.

»Wieviel haste denn übrig, Hermann?« fragte der Wirt.

»Übrig?« Raschdorf lachte. »Übrig is sehr gut! Ich häng' noch von Johanni her, und dann in fünf Tagen is 'n Wechsel fällig über 500 Mark. Ich – ich weiß mir keinen Rat mehr. Es gelingt mir nischt mehr, es geht nich mehr, alles geht krachen, Geld kommt nich ein – es is zum Verrücktwerden!«