»Aber Du hast doch noch das ganze Getreide in den Scheunen. Warum läßte denn nich ausdreschen?«
»Eins – zwei, links – rechts, eins – zwei, links – rechts!« Der Idiot hatte sich einen Helm aus Papier gemacht und marschierte durch die Stube.
»Mach' doch, daß Du rauskommst, Gustav,« fuhr ihn nun Raschdorf an. »Man kann ja kein vernünftiges Wort reden, Du alberner Bengel!«
Gustav schnitt ihm eine Grimasse. »Schön tumm! Gar nischt zu sagen! Es is kalt draußen. Eins – zwei, rechts – links!« Dann hielt er plötzlich inne, drohte dem Bauern mit der Faust und schrie:
»Gar nischt zu sagen! Gar nischt rauszuschmeißen! Hu je, es is so kalt, es is so sehr kalt!«
Er heulte laut auf. Sein Vater sagte freundlich zu ihm: »Setz' Dich still in den Winkel, Gustav! Du kannst hierbleiben!«
Er war tief verstimmt. Er selbst schrie seine Kinder manchmal an, aber von fremden Leuten ließ er ihnen nicht zu nahe treten. Der Idiot setzte sich hinter einen Tisch und heulte stumpf eine Weile vor sich hin. Von Zeit zu Zeit warf er einen grimmen Blick nach den Männern und drohte mit der Faust. Dann nahm er den Papierhelm vom Kopfe und entfaltete das Zeitungsblatt. Er fand ein Bild darin, das ihn offenbar sehr interessierte, denn er stierte es unausgesetzt an, lachte, grunzte zuweilen vergnügt und schnitt Gesichter dazu.
Ein Bauer aus dem Dorfe trat in die Stube.
»Guten Tag, Schräger! 'n Korn! Tag, Raschdorf!«