»Ja,« sagte er, und seine Stimme ging schwer, »es geht hier mit uns zu Ende.«
Da ließ ihn der Knabe los und brach in bitterliches Weinen aus. Die kranke Frau im Lehnstuhl sah ihn mit unbewegtem Gesichte an. Langsam aus der tiefsten Quelle des Herzens stiegen zwei Tränen in ihre großen Augen. Die galten ihrem Kinde, das einen Schicksalsspruch vernahm, der es aus seiner Heimat verbannte, und das es nun nicht glauben wollte und mit unschuldigen Tränen und Bitten sich dagegen vergebens wehrte. –
Draußen war Nacht. Ringsum am Himmel hing ein Kranz aus lichteren Wolken. Aber über dem Buchenhofe drohte ein schwarzes Gewölk – finster, zerrissen. Regentropfen rieselten aus der Unheilswolke und trafen den Buchenhof, als ob ein finsterer Geist mit seinem Weihwedel dort oben stände und einen schrecklichen Segen spräche: das Weihewort des Verderbens.
Eine dunkle Gestalt jagte flatternd über den Hof. Ein Keuchen ging von ihrem Munde. Sie fiel. Sie sprang auf. Die Haustür riß sie auf, die Stubentür:
»Jeses, es brennt – es brennt in der Scheune!«
»Es – es brennt!«
Ein schriller Laut aus dem Munde der Frau, die sich erhob und leblos zurücksank.
»Es brennt?! Es brennt?!« Ein lallendes Kinderwimmern.
»Es brennt!« Ein lautes, gellendes Männerlachen! –