Ein donnerndes Krachen dröhnte durch den Hof. Eine hohe Mauer war zusammengestürzt. Funken sprühten um das ohnmächtige Kind und seinen Retter.
Drinnen in der Wohnstube war der große Ofen noch warm, und Hund und Katze lagen friedlich unter der Ofenbank. Sonst war alles ausgeräumt. Nur die Petroleumlampe brannte noch. Aber ihr trautes Licht wurde schrecklich überstrahlt von der roten Lohe, die von draußen hereinleuchtete.
Berger legte den Knaben auf den Fußboden und ging nach dem Garten zurück. Dort raffte er eine Menge Betten auf und trug sie nach der Stube.
Fürsorglich bettete er das kranke Kind, nachdem er es der triefenden Kleider entledigt. Dann kniete er neben dem Lager nieder und drückte einen Kuß auf die kalte Stirn des Knaben.
Da ging die Tür auf. Eine Frau trat langsam in die Stube. Ihre Stirn war marmorweiß, aber auf den Wangen brannte das Fieber, und das Feuer von draußen beleuchtete sie.
»Berger! Was ist denn? O Gott, was ist?«
Der Lumpenmann erhob sich und erschrak.
»Frau Raschdorf, Sie! – Sie sollen doch im Gasthause bleiben! Es ist nicht gut für Sie –«
»Was ist mit Heinrich? Berger, was ist mit Heinrich?«
»Er ist ohnmächtig, gerade erst ohnmächtig geworden. Er hat sich so sehr angestrengt, und dann die Aufregung –«