Das Mädchen lächelte glücklich. »Aber den schönen Fingerring hast Du der Liese geschenkt.«
»Das war nur, weil ich mich vor dem Hannes und dem Mathias schämte. Ich wollte ihn eigentlich für Dich.«
Dann saßen sie schweigend. Ringsum war trüber Herbst, und der Wind fuhr über die Ruinen und spielte mit Schutt und Staub.
Da sah das Mädchen nach dem Dorfwege.
»Du, Heinrich, da kommt Dein Großvater!«
»Ja, er ist's,« sagte der Knabe. »Der hat Feuer läuten müssen in der Nacht. Denk' mal, Lotte, was das ist, in der Nacht über den Kirchhof gehen und auf den finstern Turm klettern. Und dann hat er mit seinen alten Augen vom Turme auf das Feuer gesehen und gewiß an meine Mutter gedacht.«
Das Mädchen legte die Hand prüfend über die Augen. Auch der Knabe sah wieder scharf nach dem Wege.
»Sieh mal, Lotte, der Großvater kommt so schnell, und sonst kriegt er doch so schwer Atem – und da hinten, wer kommt da?«
»Das ist der Wachtmeister, Heinrich!«
»Der Wachtmeister? Was will der?«