Und er weinte bitterlich.

»Heinrich – lieber Heinrich!«

Es lag ein guter, tröstender Klang in dieser Stimme.

Nach einer Weile beruhigte er sich. Er nahm Lotte an der Hand und zog sie mit sich bis zu dem umgestürzten Karren, auf dem in der Nacht sein Vater gesessen hatte. Dort setzten sich die beiden Kinder nieder und schmiegten sich dicht aneinander.

Mit seltsamer Stimme sagte Heinrich: »Gestern, als ich dort oben fuhr, dort oben auf der Straße, und unseren Hof sah, da war ich so stolz und wollte ihn gern allen Bekannten in Breslau zeigen und sagen: »Seht Ihr, das ist unser.« Und nachher sagte mein Vater, wir seien bankerott, und in der Nacht brannten wir ab.«

Er fröstelte in sich zusammen, und das Mädchen rückte ihm noch näher. Mit flüsternder Stimme sagte sie: »Sei nur still, Heinrich! Der Vater sagt, ich erb' einmal unser Haus und unsere Felder. Nachher schenk' ich Dir alles.«

Der Knabe rührte sich nicht. Aber es ging warm durch den jungen Körper. Langsam wandte er den Kopf und sah Lotte an, die mit großen, schönen Augen tröstend zu ihm aufschaute. Und da beugte er sich zu ihr und küßte sie feierlich auf den Mund.

»Wenn ich groß bin, werd' ich Dich heiraten, Lotte.«

Das sagte er fest und bestimmt.