»Heinrich Raschdorf!«
Kein Atemzug war hörbar im weiten Gerichtssaal. Der Angeklagte nur fuhr herum und wandte sein erdfahles Gesicht der Tür zu.
Gesenkten Kopfes, mit blutleerem Angesicht trat Heinrich Raschdorf in den Gerichtssaal. Ein einziges Mal irrten seine dunklen Augen im Kreise. Als er den Vater sah, öffnete sich ihm der Mund, das Gesicht verzog sich, und er blieb stehen. Aber dann senkte er die Augen und trat vor den Richter.
Der betrachtete den bildschönen Knaben, und durch die kalten, forschenden Juristenaugen zuckte ein warmer Strahl.
»Mein Kind! Du bist als Zeuge vorgeladen. Der Angeklagte ist Dein Vater. Du darfst das Zeugnis verweigern. Dann kannst Du bald wieder gehen!«
Der Knabe hob die Augen und sah den Richter ängstlich an.
»Ich – ich will alles – alles sagen. Ich – ich habe – habe selber angezündet!«
Ein paar Schreie tönten aus dem Zuhörerraum, und der Präsident vergaß den Ordnungsruf.
»Du hast angezündet?«
»Ja! – Ich – ich hab' Zigaretten – Zigaretten rauchen wollen – in der Scheune – und da – da –«