Nicht ein Wort wurde gesprochen auf der langen Fahrt. Der frühe Abend war schon angebrochen, als sie zu Hause ankamen. Einen langen, scheuen Blick warf der Buchenbauer hinüber nach den verwüsteten Gebäuden. Da fuhr ein kalter Windstoß über die Trümmer und traf den Buchenbauer ins Gesicht, wie ein eisiges Urteil.


»Der Raschdorf is freigesprochen,« sagte auf dem Heimweg der Barbier. »Aber ich räch' mich an ihm, und der Kanaille, dem Jungen, streich ich's an. Wenn mir bloß nicht immer so leichte die Nase blut'te! Ich hätt'n ermurkst! Aber den Alten bring' ich rein, und wenn a zehn Juden bezahlt. Ich ruh' nich, bis alles raus is und bis a drinne sitzt!«

Und ob der böse Schaumschläger seine lächerliche Drohung auch nicht erfüllen konnte, er tat etwas Schlimmeres. Von Haus zu Haus führte sein Geschäft, und in jedem Hause stahl er den Raschdorfs etwas von der heiligen Erde, auf der wir allein unsere Heimat gründen können – von dem Herzenslande der Liebe und Sympathie der Gemeindegenossen.

Wer keinen Hof und keinen Fuß breit eigenen Bodens besitzt, kann doch eine Heimat haben, aber wem die Mitbürger ein Plätzchen idealen Baugrundes in ihren Herzen verweigern, der ist heimatlos.


Kapitel 6