Am 28. Dezember sollte er vor dem Schiedsrichter erscheinen. Er hatte sich schön gehütet. Mochte ihn der Schräger auf dem ordentlichen Gericht verklagen, wenn er die Courage hatte. Und wenn er wieder eingesperrt würde –?
Ah, wegen einer Beleidigung wird man nicht eingesperrt, da zahlt man Strafe. Und Geld hatte Mathias Berger viel – viel mehr, als die Leute ahnten.
Daß er die drei Tage Haft bekommen hatte, zehrte an ihm. Über das ganze Weihnachtsfest war er zu keinem Menschen gegangen; er war auch jetzt froh, daß er fortziehen konnte.
Er hatte gesessen! Das war ein böses Wort. Er war der einzige gewesen, den infolge des Brandes da unten eine gerichtliche Strafe getroffen hatte.
Daran dachte der Mathias jetzt, als er am Waldrande mit seinem Hundeschlitten dahinfuhr. Und er blieb halten und zog ein Zeitungsblatt aus der Tasche, worin zu lesen stand, daß ein Redakteur sechs Monate lang eingesperrt worden sei, weil er seine Meinung gesagt habe. Nun habe es sich herausgestellt, daß diese Meinung die richtige und der Gefangene ein Märtyrer gewesen sei. Dieses Blatt war Bergers Trost.
Er las es auch jetzt wieder und sagte sich, es sei doch eine schöne Sache, für die Wahrheit zu leiden. Auch dann, wenn einen die Leute für einen Lumpen halten. Dann erst recht! Nur muß man sich nicht selber verlieren und hübsch stark und mutig –
Da – ein Schuß.
Gleichzeitig ein dumpfer Schrei nahe aus dem Walde.
Berger ist zusammengefahren, als habe der Schuß ihn getroffen. Der Hund bricht in ein heulendes Gebell aus. Was war das? Wem galt dieser Schuß? Was war das für eine Stimme?