„Also, wenn der Augen macht“, schluchzte sie unter Lachen, „da kommt keen gestoch’nes Kalb dagegen auf.“

„Weib“, schrie Barthel erbost; „du bist eifersüchtig. Du hast keen’n Grund dazu!“

„Nee, nee“, schlenkerte die dicke Susanne prustend mit den Händen; „du kannst um de ganze Welt ’rum Augen machen, ’s fällt keener druff ’rein!“

Und sie ging vergnügt ins Haus zurück. Barthel stopfte ob des vernichtenden Urteils über seine männliche Anziehungskraft die Hände in die Hosentaschen und sagte:

„Das is eene Gemeinheit! Immer lacht se, schon wie se noch meine Braut war, lacht se mich immer aus.“

„Seien Sie doch froh, Barthel, daß Sie eine so lustige Frau haben.“

„Nee, nee, Herr Dukter, olles mit Respekt gesagt, aber das verstehen Se nich! Sie sind nicht verheirat’t. Sehn Se, wenn a Weib schimpft, oder wenn se flennt, oder wenn se mit Tellern schmeißt, oder wenn sie furtlooft, könn’n Se sich immer noch Ihren Kopp ufsetzen; aber wenn se lacht, sind Se geliefert.“

Nach dieser Bemerkung hob der Philosoph aus dem Volke den Kopf und lachte selber. Und ich benutzte die Gelegenheit und bat Barthel, mir seine Meinung über seine Kurgäste mitzuteilen. Sowenig ich mich sonst um den Stand der von mir persönlich nicht behandelten Kurgäste kümmere – wer auf dem Forellenhof lebt, weiß ich. Ach, ich wollte es mir ja immer noch nicht zugestehn, aber ich glaube oft, daß ich selbst „Augen“ auf die schöne Eva Bunkert mache, die hier „Hanne“ heißt. Und wenn ich ehrlich sein will, ist das auch der Grund, warum ich gerade die Besucherliste des Forellenhofes kenne. Jetzt sagte ich gutgelaunt:

„Also, Barthel, schießen Sie mal los mit Ihrem Ärger über unsere Kurgäste.“

Ich hatte mich inzwischen zu Hanne auf die Bank gesetzt, Barthel hockte auf einem umgekehrten Kartoffelkorbe uns gegenüber. Er machte sein philosophisches Gesicht und sagte: