„Herr Doktor, wenn Sie das tun, erweisen Sie mir eine große Gnade!“

Ich sah ihr in die flammenden Augen und sagte: „Ich werde es tun.“

Nun faßte sie mich an den Händen; ihr ganzer Körper bebte.

„Eine Gnade!“ wiederholte sie. „Ich bin so verlassen, und ich habe das Kind so lieb!“

Sie ließ mich los, legte einen Arm über die Augen, [pg 237]trat ein wenig zurück und stand so ein Weilchen still da. Plötzlich begann sie bitterlich zu weinen.

„Was ist Ihnen, Magdalena?“

„Es geht nicht; es geht nicht!“ schluchzte sie; „wenn Sie – wenn Sie wüßten, wer ich bin, würden Sie mir das Kind nicht übergeben. Ich bin eine – eine schlechte Frau!“

Ich ging zu der Unglücklichen, legte einen Arm um ihre Schultern und sagte erschüttert:

„Du bekommst das Kind doch, obwohl ich weiß, wer du bist!“

Sie prallte zurück.