Barthel tat so, als ob er unparteiisch sei.
„Das sage ich Ihnen aber, Methusalem, gravieren Sie mir heute wieder ein Bild auf die Axt, haben Sie das letztemal Holz gehackt!“
Methusalem gelobte, keine Barthelsche Holzaxt mehr zu verunzieren, sondern fleißig Holz zu hacken. In diesem Augenblick trat der Briefträger in die Stube. Er hatte eine riesige Tasche umgehängt, und in dieser Tasche steckte ein einziger Brief.
„Herrn Methusalem auf dem Forellenhof.“
Methusalem öffnete den Brief, las und sank mit einem Seufzer wie ohnmächtig auf die Ofenbank. Die Weiber quiekten, am lautesten Susanne. Barthel hob den auf den Fußboden gefallenen Brief auf und las ihn ohne weiteres vor:
„Sehr geehrter Herr!
Ihre von der gesamten Fachkritik glänzend beurteilte Zeichnung ‚Bäuerin auf dem Schaffboden‘ ist heute für den Preis von fünftausend Mark verkauft worden.
Die Ausstellungsleitung.“
Große allgemeine Verwundernis.
Frau Susanne wurde knallrot. Dann hielt sie sich die Leinwandschürze vors Gesicht. Barthel aber klopfte sie auf die Schulter und sagte: