Auch die Frau Provisor, von der erzählt wurde, sie hätte, als sich Joachim verlobte, mit negativem Erfolg [pg 130]zwei Schachteln schwedische Streichhölzer abgelutscht, um ihr gebrochenes Herz zum Schweigen zu bringen, sah den ehemals Heißbegehrten jetzt nur neugierig an und ging vorüber.
So näherten wir uns dem Johannisplatz. Joachims Schritte wurden kleiner und langsamer, sein Stock stampfte hart auf das Pflaster. Irgendwo stand wohl jetzt der Mond; denn der Nebel über dem Johannisplatz war durchsichtig und silberhell.
„Der alte Brunnen!“ sagte Joachim leise; „es ist merkwürdig, daß meine Gedanken meist um den alten Brunnen gingen, wenn ich an die Heimat dachte.“
Nun näherten wir uns dem Vaterhause und standen am Brunnenrand; da blickte wirklich wie in alten Kindertagen die Mutter auf uns herab.
Joachim stützte sich auf das Gemäuer, und weiße Tropfen aus der Schale Baptistas besprengten seine Hand wie mit einem Weihwasser, ehe er in das Heiligtum seines Vaterhauses eintrat.
Ich stieg mit ihm die Treppe hinauf und öffnete nach leisem Klopfen die Tür zur Mutter.
Ich sah noch, wie beide mit leisem Aufschluchzen die Arme ausbreiteten, schloß die Tür und blieb draußen.