»Wahr- und leibhaftig.«

»O welche Freude! Nun erst ist Weihnacht.«

Arm in Arm schritten sie dem Ausgang zu. Da stand Telge, der das Gepäck besorgen wollte, und verzog im vergnügten Lachen das bärtige Gesicht.

»Wolltest du fahren, Jörg?«

Er wehrte lächelnd ab, und nun schritten sie die Straße zwischen den Teichen entlang, lachten, schwatzten und schwiegen. Es war so seltsam, nach so langer Zeit wieder heimzukommen. Güldenfey sah einige Male, Gewißheit suchend, ihn an. War er es denn wirklich? Er erschien ihr so anders. Nein, gewachsen war er nicht mehr, aber soviel sicherer und selbstgewisser geworden.

Plötzlich fragte er sie: »Verzeih, Güldenfey, bist du noch immer nicht versprochen?«

»Nein«, sagte sie und fühlte jetzt, daß sie weniger befangen geantwortet haben würde, wenn jene Dämmerstunde vor ein paar Tagen anders geendet hätte.

»Die Männer hierzulande haben keinen Geschmack«, sagte er, und sein Arm drückte den ihren. »Ah, unser alter Treßhof!« Er blieb vor der Torfahrt stehen und hob seine Arme in grüßender Gebärde, und dann stiegen sie hinauf. Ose stand oben auf der Treppe. Und wer war das? Wahrhaftig, Engelke war aus dem Heiligen Geist herübergekommen, um die Kartoffelkuchen auf ihre Art zu backen. Und auch Marfa war da, und ihr verschlossenes Gesicht war hell, denn morgen würde sie ja Harro abholen! —

Am Morgen des nächsten Tages führte Malte den Bruder durch die neuen Räume des Hauses am Markt. Er tat es mit einer Beflissenheit, daß Güldenfey staunte. Aber Malte hatte nicht nur den Verdruß vergessen, den ihm des Bruders Berufswahl bereitet, er empfand Respekt vor der sicheren Art, die Jörg zeigte.

»Nun, wie gefällt es dir hier?« fragte Malte zuletzt und deutete auf die Räume, in denen es wie in einem Bienenstock zur Lindenblüte summte.