Die Gegenwart des Bruders hatte plötzlich seine Empfindlichkeit für das Unzulängliche dieser Umgebung geweckt; er begann mit einigen Griffen aufzuräumen, gab es aber sofort wieder auf.
»Wir hätten uns wie bisher am dritten Ort treffen sollen«, sagte er. »Diese Bude ...«
Malte bedeutete ihm, daß es sich um dringende Angelegenheiten handle. Er bat den erregt umherlaufenden Harro, sich zu setzen, zog seine Mappe zu sich und erklärte, um was es gehe.
Harro hatte erst zerstreut gelauscht, allmählich wurde er aufmerksam. Als Malte endete, bat er sich das Telegramm aus.
»Unverschämt«, murmelte er. »Und darauf gehst du überhaupt ein? Kommst deshalb nach Berlin?«
Malte legte ihm die Bedeutung des Ringes dar, erschöpfte sich in Ausführungen. Er war erleichtert, als er Harro nachdenklich sah.
Dieser sprang auf und lief im Zimmer umher, hob Gegenstände auf und legte sie wieder aus der Hand. Endlich blieb er vor Malte stehen. »Kurz, lieber Malte, ich kann nichts in der Angelegenheit tun, gar nichts. Und könnte ich es, so würde ich es nicht tun. Es geht gegen meine Überzeugung. Das Schutzgesetz ist nötig.«
Diese Tonart kannte Malte. Er raffte sich zusammen. »Du weißt, wir sind mit unserm Vermögen dem Ring angeschlossen«, sagte er. »Vergiß dies nicht: wenn man die Machthaber reizt, könnten sie uns preisgeben. Was das in dieser Zeit bedeutet, weißt du.«
Harros Hand strich aufgeregt über seine Stirn. »Malte, was ist mächtiger, das Gesetz oder das Geld?« fragte er.
»Das Geld«, antwortete Malte, ohne sich zu besinnen.