Harro sah ihn einen Augenblick starr an. »Wie?« sagte er. »Das meinst du auch? Ja so, in gewissem Sinn: es hat in seinen Fängen Presse und Gesellschaft, es bemächtigt sich der Technik, der Wissenschaft, der Kunst. Doch die Partei ...«

»Der Partei nicht?«

»Meinethalben auch der Partei, ja. Aber Ehre und Gewissen stehen über ihm.«

Malte machte eine vielsagende Gebärde.

»Nein, tausendmal nein! Mögen die Lumpe wie Pilze aufschießen, die sich kaufen lassen, es gibt noch genug im Volke, denen ihre innerste Überzeugung etwas gilt. Wir haben einen Krieg verloren, aber Gewissen und Ehre nicht.«

»Ist es unehrenhaft, wenn wir unser Vermögen zu erhalten und zu retten trachten?« fragte Malte.

»Erhalte, doch fordere nicht, das zu tun, was dem Charakter zuwider ist.« Harro erregte sich, seine Stirnadern schwollen an, seine Gebärden wurden unbeherrscht.

»Erhalte, erhalte! Ihr habt mich bisher allein sorgen lassen und zufrieden eure Erträge eingesteckt«, erwiderte Malte bitter. »Nun ihr mir helfen sollt, seid ihr nicht zu finden.«

Plötzlich stand Harro vor ihm, breit, fast drohend. »Ich verstehe dich jetzt erst ganz«, sagte er dumpf. »Du verlangst, daß ich mich vor euren Wagen spanne, du bist mit jenen eines Sinnes, nicht wahr? Ja, sind wir denn noch Brüder? Tragen wir noch den gleichen Namen, den alten ehrenhaften Namen Treß?«

Malte machte eine abwehrende Bewegung.