Malte besann sich auf den Namen nicht und mußte sich ihn erst sagen lassen. Er fühlte, daß seine Zerstreutheit ihn nicht empfehle, und gab sich Haltung. Der Direktor befand sich in einer Beratung; es war unmöglich, ihn zu rufen.
Nach mehrstündigem Warten wurde Malte vorgelassen. Der Direktor ließ sich den Mantel anziehen, als er eintrat, und schien gesonnen, den späten Besucher stehend abzufertigen. Seine verschwommenen Züge waren noch mehr von Arbeit und Vergnügen heimgesucht als damals, da ihn Malte im Treßhof gesehen hatte. Seine mürrische Miene wandelte sich gewohnheitmäßig in glatte Verbindlichkeit, und in übersprudelnder Rede berichtete er, was heute noch seiner warte.
»Man hat von mir schnellen Bescheid gewünscht, und ich komme, ihn zu geben«, sagte Malte. »Sie wissen, um was es geht? Also, ich war bei meinem Bruder: es ist vollkommen aussichtlos, etwas zu erreichen.«
»So, so; schade! Nun, da müssen wir eben andre Wege gehen.«
Der Direktor tat, als wäre der Ausfall dieses Plans ganz unerheblich. Malte stutzte. Verbarg man so die Bestürzung, oder hatte man ihn zu einer peinlichen Sendung befohlen, ohne ihre Bedeutung zu würdigen?
Lächelnd stand der feiste Mann vor ihm und erkundigte sich nach andern Dingen.
»Der Ernst, mit dem das Telegramm abgefaßt schien, hat mich sofort hierhergetrieben«, sagte Malte. »Sie meinen also, die Sache sei für mich erledigt?«
»Nun, da Sie nichts erreicht haben«, sagte der Feiste liebenswürdig lächelnd. »Berichten Sie jedenfalls. Wir sind gewöhnt, mehr als ein Eisen im Feuer zu halten.«
Malte verließ ihn in dem Bewußtsein, sich unnötigen Befürchtungen hingegeben zu haben.