»Man könnte es versuchen. Haben Sie die Güte, uns seine Wohnung zu nennen?«

»In seiner Wohnung empfängt Herr Usadel nicht. Mir ist verboten, die Adresse aufzugeben.«

»Doch er ist in Berlin?«

Der Feiste hob die Schultern und geleitete die Herren höflich, aber spöttisch lächelnd zur Tür.

»Es ist doch vergeblich, Jörg«, sagte Malte. »Morgen noch ein Versuch, dann fahre ich nach Hause.«

Ja, es war vergeblich, das erkannte Jörg. Er konnte nicht helfen, und diese erfolglose Hetze in der Zone des Geldwesens, in der sich alle Gifte der Zeit ausschwärten, erschöpfte Maltes Kraft bis zur Neige. Dennoch — diesen Usadel hätte er gern aufgesucht, nicht um etwas zu erreichen — das war Maltes kranke Idee —, nur um ihn zu studieren.

Am Abend dieses Tages schon wußte er, wo Usadel wohnte. Das Haus lag in nächster Nähe, in einer jener ehemals stillen Straßen, die zum Tiergarten führen, in die aber jetzt der sich stauende Verkehr der Hauptstraße seine Überfülle abwälzt.

Jörg ging mit Güldenfey am folgenden Morgen vorüber: es war ein kleiner Palast, dessen blankpolierte Tür und verhüllte Fenster wie die Häuser der Gewalthaber in der Renaissancezeit eine sehr entschiedene Ablehnung gegen das Öffentliche der Straße bekundeten.

»Hier wohnt er, der Maltes Unstern ist«, sagte Jörg.

»Usadel?« fragte Güldenfey. »Aber Malte sucht ihn doch seit Tagen!«