»Nach Berlin, Jörg«, sagte sie. »Ich bin mit Malte dort.« —

Sie fuhren durch eine warme Nacht, die von Düften des blühenden Faulbaumes getränkt war, nordwärts. Am Morgen waren sie am Ziel.


Was war über Nacht aus Jörg geworden? Malte staunte. Wie schnell erfaßte Jörg, um was es gehe, wie findsam sah er neue Wege, wie unermüdlich stand er dem Bruder zur Seite! Das verwirrende Treiben auf den Banken beirrte ihn nicht, die vorsichtig ablehnenden Ausflüchte der kühlen Geschäftsleute, die stets einen luftleeren Raum zwischen sich und den andern legen, schreckten ihn nicht. Er ging unbeirrt mit zupackenden Worten auf sein Ziel los. Es war, als hätte er seit langem die Taktik der Krebsgänger studiert.

»Sie sind Kaufmann?«

»Nein, Musikbeflissener.«

Der feiste Direktor mit den Bartflecken auf der Oberlippe staunte.

Jörg winkte beruhigend: »Trotzdem altes Kaufherrenblut. Vielleicht geht mir auch die Befangenheit Ihrer Zünftigen ab. Jawohl, Befangenheit sagte ich. Denn trotz Ihrer künstlichen Ruhe fiebert doch in Ihnen allen die Beflissenheit vor dem, der auf einer höheren Steuerstufe steht.«

Malte machte eine unruhige Bewegung. »Verzeihen Sie die Abschweifung, Herr Direktor. Ich glaube, wir kommen nicht zum Ziel. Mein Bruder bittet, Herrn Usadel sprechen zu dürfen.«

»Herr Usadel ist nicht zu sprechen«, sagte der Feiste streng.