Frauke kehrte zurück, Frauke, die vor dem Lärmen der Hämmer nach Hamburg geflüchtet war. Sie war fast während des ganzen Winters dort gewesen, und nur in den Weihnachttagen hatte Malte sie besucht. Natürlich, er war zu Hause unentbehrlich gewesen, aber es litt ihn auch sonst dort nicht lange. So gern er auch die alte Hansestadt aufsuchte und seine Brust in ihrer Luft weiten mochte — war er dort, zog es ihn wieder heimwärts. O ja, man begegnete ihm freundlich im Hause Poppelmann, man schätzte seine ruhig wägenden Urteile; der alte Poppelmann mit den scharf geschnittenen Zügen schien ihn zuweilen auszeichnen zu wollen, und doch — nirgendwo als in diesem Luftkreis fühlte Malte so stark, wie fern ihm seine Frau war. Zu Hause hatte sie schließlich nur ihn. In Hamburg lebte sie in einer ihm fremden Zone, ihr Denken drehte sich in fernen Kreisen. Er war Gast in ihrem Hause.
Frauke also kehrte heim, und Malte erwartete sie auf dem Bahnhof. Als sie aus dem Portal auf die Straße traten, stand da ein funkelnd neuer Kraftwagen, dessen Schlag Malte ihr öffnete.
Sie blickte ihn verwundert an. Der Mann am Steuerrad grüßte. Das war ja doch Telge!
»Mein Geschenk für dich«, sagte Malte.
Sie ließ einen gurrenden Laut der Überraschung hören. »Du? Für mich?«
Malte nickte zufrieden. Sie konnten den Wagen hier nicht betrachten. Schon sammelten sich die Gaffer.
»Ich danke dir!« sagte sie. Und der freudige Ton schien ihm Lohns genug.
Frauke war froher denn je. Ja, diese Vorfrühlingstage an der Alster, die so eigen waren, wenn das Eis brach! Aus den Fleten stieg dann ein ganz besonderer Duft, und der herbe Wind, der über die Elbe strich, trug bis in die Gassen am Gänsemarkt etwas mit sich, das es nirgendwo gab: Geruch von der Erdkraft der Lüneburger Heide, Rauchduft vom Reisig niedersächsischer Herde.
»Willst du gleich die Geschäftsräume sehen?«
Ja, sie wollte. Die Köpfe der Emsigen fuhren in die Höhe.