Die Pferde trabten der Stadt entgegen, der Wald versank im bläulichen Atem der Nacht.

»Engelke, du bist fromm«, sagte Güldenfey. »Weißt du, was der Grund unsrer herzbeklemmenden Not ist?«

»Das wißt ihr wohl besser als ich einfältige Magd, die Gott auf ihre Weise dient«, wehrte die Alte ab.

»Ich habe viele gefragt; doch weiß es keiner«, sagte Güldenfey.

Engelke schwieg eine Weile, dann begann sie: »Ich find' es auch nicht. Aber wenn du es fertigbrächtest, einmal unsre Versammlung zu besuchen ...! In einigen Wochen kommt ein erleuchteter Mann zum Vortrag.«

»Ich komme, Engelke.«

»Ach, Fräulein Fink wird es dir noch ausreden. Sie hält mehr vom Spuk- und Teufelskram als vom Glauben.«

Als Güldenfey der Alten am Tor des Heiligen Geist vom Wagen half, sagte sie: »Nun vergiß nicht diesen schönen Tag. Ich komme bald, um die Ankunft eures Redners zu erfragen. Dann begleite ich dich.«


An dem Abend im späten November lag schwer und feucht der Seenebel über der Stadt. Das Leckwasser tropfte träge in den Gossen, die Straßenlaternen bildeten gelbe Lichtflecke in dem trüben Dunst. Güldenfey tat einen alten Mantel um, setzte ein verschrobenes Hütchen auf und ging zu Ose hinauf.