Um den Tag der heiligen drei Könige setzte ein scharfer Frost ein, der in Kürze über alle Wasser gläserne Brücken schlug. Nach wenigen Nächten war das Eis auf den Teichen für tragfähig befunden, und auf Schlitten und Stahlschuhen glitt die Jugend hinüber und herüber, während die befransten Enden buntfarbener Wollschals um die vor Eifer geröteten Köpfe wie Puttenflügel flatterten.

Eine Woche nach der Ankunft des Frostes war die Brücke über den Sund bis zur großen Insel fertig. Schlitten und Lastwagen fuhren hinüber, und die Koithans, jene alten schmalen Personenschlitten mit den zu beiden Seiten weit hervorragenden, quergelegten Sitzbrettern, läuteten auf der abgesteckten Fahrtlinie hin und her. Vor den Dampffähren aber sägten die Eisbrecher die Schollen, die Wasserrinne offen zu halten.

Der Sonntag war der Tag, an dem auch die Werkenden sich das Besondere leisten konnten, die Insel zu Fuß zu erreichen. Ein dunkler Strom Wandernder schob sich über die bläulich-graue Eisdecke. Stellenweise beulte sich diese, denn der Ostwind hatte in den Frostnächten mit vollen Backen geblasen. Die Pfähle der Badebrücken hatte das Eis schief gerückt. Es war ein Geruch nach Schnee in der Luft. Am Himmel lagen zottige Wolkensäcke, rötlich gegen Westen, von unsichtbar verglimmendem Sonnenbrand gesprenkelt.

In der Kette der von der Insel Heimkehrenden schritten der Justizrat Glöden und sein Sohn. Onkel Rolf ohne Aktentasche! Es war ein Ereignis. Aber Klaus hatte es für nötig gefunden, den Vater, der sich in Geschäften aufrieb, in frische Luft zu bringen. Also zur Insel, wenn sich Klaus in diesem Massenbetrieb auch nicht am rechten Platz dünkte.

Der Alte glaubte, Klaus wolle eine leidige Geldangelegenheit besprechen, aber Klaus redete von ganz andern Dingen.

»Wie steht es eigentlich um dein Verhältnis zu Güldenfey?« fragte der Vater nach einer Gesprächspause.

Klaus winkte bedeutsam ab und schwieg.

»Stillstand?«

»Erledigt. Endgiltig aus.«

»Aber —« Der Justizrat blieb überrascht stehen.