»Gut! Du kannst recht haben.«
Er verabschiedete sich, ohne Empfindlichkeit zu zeigen. Eigentlich war es ihm lieb, daß der Onkel sich ihm versagte. Nun er sich auf sich selbst gestellt sah, fand er seine alte Zuversicht wieder.
Also zum Treßhof, wo er Mellin und Telge die Herrichtung und Heizung des Beratungzimmers anempfahl. Dann nach Haus.
Nach dem Essen ging er wieder in sein Arbeitzimmer. Er wollte sich sammeln, alle Möglichkeiten erwägen, denn er sollte in entscheidender Stunde allein seinen Mann stellen. Malte wußte, wieviel vom ersten Eindruck abhing, zumal bei den Gewaltigen des Geldwesens.
Die Zeitungen! Sie konnten warten. Aber da war eine mit Rotstift aufdringlich bezeichnete Stelle. Er las und erschrak.
Es war ein aufreizender Artikel gegen das Treiben der Treuhandgesellschaften, den Harro geschrieben. Andeutungen, die auch den Uneingeweihten nicht in Zweifel ließen, wer gemeint sei, waren reichlich vorhanden. Die Absicht, den Vorstoß einer Partei damit anzukündigen, war offenbar.
Wie peinlich! Wenn Usadel dies gelesen, konnte es übel auslaufen, denn Maltes Zusammenhang mit dem Politiker Doktor Treß war ihm sicherlich bekannt. Man mußte Harro verständigen.
Auf eine Anfrage war vom Bahnhof mitgeteilt worden, der Schwedenzug habe eine halbe Stunde Verspätung. Als Malte eintraf, ward eben eine volle Stunde Versäumnis gemeldet. Malte betrat den Bahnsteig.
Der Wintertag ließ sich sanft in den weiten Mantel der kommenden Nacht hüllen. Den westlichen Himmel deckte eine brandige Glut, deren Widerschein der Schnee der Dächer auffing. Der Rauch der Schlote stieg kerzengerade in die flimmernde Luft.
Die Geräusche des Fahrtbetriebes klangen in das leise Summen unruhig schreitender Menschen vor den Schranken: der Pfiff einer Maschine, das Kreischen der Räder am Bremsklotz. Ein Personenzug fuhr ein und entleerte sich; Frauen mit Lastkörben schoben sich an Malte vorüber. Dann schleppte eine Maschine die leeren Wagen aus der Halle.