Er hatte nicht Zeit, darüber zu grübeln. Sammlung, Sammlung! Nach den ersten Worten begriff er, um was es sich handelte: man wollte den Getreidehandel eines weitreichenden norddeutschen Bezirks in die Hand bekommen; Mittelpunkte sollten geschaffen werden; hier sollte eins dieser Zentren, vielleicht das vornehmste, entstehen. Ob er Sicherheiten dafür biete.

Malte griff nach den Geschäftsbüchern, die ihm zur Hand lagen.

Der Direktor winkte etwas geringschätzig ab. »Darüber sind wir völlig unterrichtet. Sagen Sie uns, ob Sie es sich zutrauen.«

»Wir haben hierzulande viele Genossenschaften«, wandte Malte ein.

Wieder die geringschätzige Geste. »Die bekommen wir alle. Mut, Entschlossenheit, Herr Konsul! Zu haben ist jeder. Nie fragen: Ob?, sondern nur: Wieviel?«

Er machte die Gebärde des Geldzählens und lachte ein trockenes Lachen. Malte blickte auf Usadel. Der saß mit halbverdeckten Augen da und schien gänzlich unbeteiligt wie eine regunglose Amphibie im Sonnenschein. Und doch mußte er Obacht geben. Denn als Malte ihn ansah, verzog sich wieder seine Lippe, nicht zum Lächeln, sondern zu einer eigentümlichen Verzerrung.

»Sie haben sich unlängst neue Geschäftsräume eingerichtet,« fuhr der Dritte fort; »das wäre ja für die Vereinigung recht zweckmäßig.«

Das war ihnen auch bekannt? Malte erkannte, daß sie bis ins Kleinste vorbereitet kamen. Aber wie sollte er sich zu dem vorgelegten Plan stellen? Gewinnbringend war er, zu befürchten war nichts, wenn Usadel dahinterstand. Aber schließlich war mancherlei zu bedenken. Er bat um Bedenkzeit.

Plötzlich erwachte Usadel aus seiner Unbeteiligtheit: »Wie lange, Herr Treß? Zehn Minuten, fünfzehn? Ich habe meine Reise nur unterbrochen, um Ihre Entscheidung zu hören. Die Sache ist eilig.«

»Ich erkenne noch nicht klar meinen Vorteil,« sagte Malte etwas bedrückt.