Willh. Was will der Narr?

Barbier. Eine Aderlässe ——

Willh. Dummkopf, den Bart weg, oder dein Kopf fliegt! — Ich will selbst Adern öffnen, meine Feinde sollen bluten!

(Der Barbier seifet ihn ein, wird plötzlich tiefsinnig, und eilt hastig fort, indem er das Messer zu Boden wirft.)

Willh. Mach doch geschwind! Ich muß in den Kriegsrath! —— Mord und Tod! Daß auch die Könige mit solchen Kleinigkeiten goldne Minuten verlieren! —— Bursche, du stiehlst mir kostbare Augenblicke! —— Die Feinde rücken vor! —— Wo eilt der Narr hin? Daß dich die Pest! — Holt den Thoren zurück! —— Warum läuft der Schlingel?

(Der Barbier kehrt zitternd wieder, und wirft sich den König zu Füssen.)

Willh. Was machst du?

Barbier. Eure Majestät, ich habe durch meine Flucht ihr Durchlauchtiges Leben gerettet ——

Willh. Welch ein Anschlag? — Verrätherey! Mörder sprich —

Barbier. Da ich die Kehle unter dem Messer hatte, gab mir Satan den Gedanken ein: Mach einen Schnitt, so rettest du viele tausend Leben! Die Versuchung war so stark, daß ich davon lief, um nicht zu fallen ——