Wie oft sterb ich in Dir; wie oft tödtest du mich!

Wie lang ärndest du Lorbeern, wie viel erbeutest du Kronen?

O ein Myrthenkranz wiegt blutige Palmen hinab!

Du bist izt Held, und Sieger; o setze dem Ruhme die Schranken!

Wisse, dann jauchzt dir die Welt, wenn dich Salinia küßt.

Schenk der Erde den Frieden, den weinenden Bürgern den Vater;

Schenk den Freunden den Freund, und der Geliebten dein Herz.

Geschichte.

Grosse Begebenheiten, welche das Wohl ganzer Staaten entscheiden, müssen die Seele der Geschichte seyn. Der Geschichtschreiber überläßt einzelne Thaten dem Biographen, und beschäftiget sich nur, der Nachwelt die Triebfedern zu zeigen, welche mächtige Reiche in Bewegung setzen, und neue Epochen hervorbringen. Er schildert den Geist ganzer Nazionen, und entwirft die wichtigen Charaktere jener Könige, die durch ausserordentliche Thaten den ganzen Kloß der Erde in Bewegung bringen und umbilden. So waren die Epochen Alexanders, Augusts, der Mediceer, Ludwigs, und anderer Fürsten, unter deren Herrschaft die Welt eine neue Gestalt erhielt.

Eduard begann seine Regierung. Die Thätigkeit in den Geschäften, die Standhaftigkeit in den Gefahren, und der Fleiß in Ausführung seiner Plane brachte in wenig Jahren ausserordentliche Wirkungen hervor. Er rief den Adel, der unthätig und despotisch in den Ritterschlössern das Volk unterdrückte, an seinen Hof. Er machte den Ackerbau, und Handel blühend. Freyheit und Glückseligkeit ergoß sich über seine Unterthanen. So ein gewünschter Erfolg erregte den Neid seiner Nachbarn. Selbst seine Bundesgenossen und Freunde zitterten vor diesem kühnen Adler, und suchten frühzeitig seinen Flug zu hemmen.