Izt erscheinen viele Weiber mit Büchern und Sehröhren, und wollen ganz dreist in den Tempel treten. Der Vorsteher erstaunt, und dräut den Verwegnen, die als profane Geschöpfe diese Freystäte der Weisheit entheiligen wollen. Er eilt zornig in den Pallast, und verriegelt die Thore. Umsonst flehen einige Mädchen eingelassen zu werden. Sie stehen alle beschämt und weinen.

Amor fliegt aus einer Silberwolke von Täubchen umflattert, und tröstet die betrübten Schönen, indem er ihnen einen Plan überreicht, wodurch er ihnen die nahe Zusammenkunft des Mars und der Venus eröfnet. Er pocht kühn an den Tempel, und fodert die stolzen Weisen zum gelehrten Streit auf. Sie erscheinen mit einem spöttischen Lächeln über den Knaben. Amor forscht um ihre neuen Entdeckungen, und sie gestehn ihre Unwissenheit. Izt zeigen die Mädchen ihren Plan mit siegreicher Zufriedenheit. Die Weisen erstaunen, und umarmen sie als gelehrte Schwestern die würdig sind, in ihre mystischen Kreise zu treten. Sie drücken alle ihre Freude über diese glückliche Vereinigung aus, und eilen auf die Sternwarte, diese wichtige Verheissung erfüllt zu sehen.

Die Gegend verwandelt sich in einen prächtigen Sternensaal. Der Abendstern und einige Planeten erscheinen in goldenen Kleidern, welche von Diamanten blitzen; sie versammeln die mindern Sterne, und rüsten sich zur feyerlichen Bewillkommung ihrer hohen Gäste. Mars erscheint endlich mit einem furchtbaren Kriegsgefolge: Venus von Grazien und Liebesgöttern umgaukelt begegnet ihm. Sie erblicken einander, erstaunen über ihre ausserordentliche Schönheit, sind von Freude hingerissen, und umarmen sich freundschaftlich. Sein kriegerisches Gefolg hält ihn zwar zurück; aber sie werden von Grazien entwaffnet, und sinken in die Arme der Huldgöttinnen. Amor erscheinet, und bindet mit duftenden Rosenketten die edlen Verliebten, und die bräutliche Vereinigung der Venus mit dem Mars giebt Anlaß zu einem feyerlichen Tanz. Mars und Venus drücken durch entzückte Geberden ihre zärtlichen Empfindungen aus, und alle Uebrigen ergiessen ihre Wollust in zierlichen Reihentänzen. Beide Gottheiten eilen zum Braut-Lager.

Plötzlich verschwindet die Gegend, und unter einem nächtlichen hellgestirnten Himmel erscheint auf der Erde eine glänzende Denksäule. Alle Sternkündigen, Männer und Weiber eilen herzu, und umgeben staunend die Pyramide; der Vorsteher schreibt mit goldenem Griffel die seltne Begebenheit in feurigen Zügen auf das Ehrenmaal. Amor erscheint, bringt das Bildniß Eduards, und Saliniens unter der Gestalt des Mars und der Venus, und hängt die Gemälde mit Lorbeern und Myrthenkränzen auf die Ehrensäule. Alle Gegenwärtigen stürzen zur Erde, und schliessen den Ballet mit einer Huldigung.

Allegorische Scene.

Die Schönheit, Aglaja, Euphrosine, Thalia, und Amor.

Die Schönh.

Wie, Schwestern, folgt ihr mir?

Entreißt Ihr Euch den mütterlichen Küssen;

Könnt Ihr wie ich den Götternektar missen?