Edu. Droht? Rudolph droht? —— Wem droht der kleine Rudolph? Das Königlein droht! Droht mir! —— Sonst nichts von mehr Wichtigkeit als diese Kleinigkeit?
Alb. Die Republiken machen Vertheidigungsbündnisse ——
Edu. Ich will ihre Verträge wie Spinnengewebe zerreissen! Heißt das nicht mir trotzen? —— Ich will diese Nester in Königreiche umschmelzen! —— Zur Arbeit! —— Man muß seine Feinde mit Ungewittern überraschen!
Stoff einer Kriegserklärung.
Kanzleysprache.
Wir Eduard von Gottes Gnaden Mehrer des Reichs und Herr aller möglichen und unmöglichen Welten u. s. w. Geben unsern lieben getreuen und dummen Sklaven u. s. w.
Wir sind mit allen klugen Staatsmännern gänzlich überzeugt, daß der Krieg ein nothwendiges Uebel ist; da uns also unser königlicher Leibarzt mit Zuziehung unsers geistlichen Gewissenraths eine kleine Leibesbewegung zur Verdünnung unsers Bluts dringend angerathen hat; so sind Wir aus landesväterlicher Liebe allergnädigst entschlossen, gelegentlich auch die dicken Säfte des Staatskörpers zu reinigen, und ein Paar benachbarte Königreiche, die uns sehr bequem liegen, zum nützlichen Zeitvertreibe zu erobern. Vermuthlich wird diese gesunde Heldenjagd unsern ungefälligen Nachbarn nicht wie uns behagen, und wir sehen voraus, daß die leidige Kriegsflamme sich ausdehnen kann. Unsere gerechten Waffen sollen also mit Beystand des Himmels unser angeerbtes Recht vor Gott und der Welt vertheidigen. Wir versprechen uns von Euch allen unterthänigsten Beystand durch Aufopferung eures Bluts und eurer Güter u. s. w.[17]
Scene.
Ein Wald. Eduard, ein Anführer einer Räuberbande, hernach seine Gefährten.
Edu. Ich habe mich auf der Jagd von meinem Gefolge getrennt. Guter Freund, wo ist die Heerstrasse?
Anfüh. Für eine gütige Ritterzehrung will ich Ihnen den Weg zeigen mein Herr.