Schlaf und Ruhe mißkennt er, und endlich stirbt er wie Sklaven,

Und läßt, was er den Weinenden raubte, den lachenden Erben.

Wie viel Güte! Freygebiger König, ich will dich vergöttern!

Lebet ihr Helden und Sieger von meiner Apotheosis!

Allegorisches Gemälde.

Aesop, der Staatskörper, und ein Gefolge von Weibern und Kindern.

Aes. Welch ein Ungeheuer nähert sich mir! — Wer bist Du?

Der Staatsk. Ich bin der kranke Staat ——

Aes. Wie siehst du aus! Ich kenne dich nicht mehr. Einst warst du ein blühender Jüngling; ich sah den May deiner lächelnden Tage. Dein majestätischer zierlicher Gang gab deiner reizenden Miene eine edle Grösse; dein wohlgestalteter Wuchs reizte die Augen. Deine jugendlich blühende Wange war ein beredter Zeuge von dem glücklichen Umlauf deines gesunden Bluts. Du warest von allen Menschen geliebt, bewundert, hochgeschäzt. Königinnen buhlten um deine Liebe, ein freundlicher Blick, ein Druck der Hand, ein sanftes Wort von deiner Lippe war ein Geschenk, eine Belohnung, um welche deine Günstlinge buhlten. Aber Ach! Wo sind izt deine Bewunderer, deine Freunde? Wie bist du von Alter und Krankheit entstaltet, mißhandelt! Faule morsche Knochen hängen nur durch eine welke Haut zusammen. Dein Athem stinkt, deine triefenden Augen liegen tief in dem kahlen Hirnschedel. Deine Kleider sind zerrissen, ein jammerndes Leichengefolge von Wittwen und Waisen schleichet dir nach, und zerfliesset in Thränen ——

Der Staatsk. Ach! Ich bin das traurige Schlachtopfer des Ehrgeizes! So haben mich die unsterblichen Väter des Vaterlands mißhandelt. Hungrige Geyer verschlangen mein Fleisch, Ottern nagten mein Mark, und Tyger saugten mein Blut. Ich bin meinem Tode nahe. Vergebens suchten einige patriotische Aerzte meine Tage zu verlängern. Ich welke hin, meine Säfte sind vertrocknet.