Aes. Wo schleichst du denn hin?

Der Staatsk. Ein schwindelnder Projektant hat mir die Bäder verordnet. Ein anderer schlägt mir die Eselsmilch vor; aber ich denke auf mein Testament, die Esel und Eselinnen werden mir schwerlich helfen. Ich fühle meine Auflösung. Meine Wunden sind unheilbar. Leb wohl! Wir sehn uns nicht mehr!

Aes. Gute Nacht Vaterland!

Hofanekdoten.

Flugwerk.

Der Bruder der berufenen Gräfin Emilie, einer Exsängerinn, die der König vorzüglich wegen schnellen Füssen bewunderte, verließ die kleine Klasse des Pöbels, und wuchs vom kleinen Schmiedjungen bis zum Aufseher der königlichen Palläste, und Freyherrn von Altberg an. Da sich in zwey Monaten sein wunderbares Genie, und sein Originalgeschmack in den Künsten und Wissenschaften durch Wunder entwickelten, sah sich der König genöthiget, ihn in den Grafenstand zu erheben, und ihm den Vorsitz im Tempel der Musen anzuweisen. Er ließ sich malen, und der Maler sezte seinen Helden auf einen Wolkenwagen.

Verschwindung.

Auch der Hof hat seine Verschwindungsmaschinen. Graf Tannenwald sprach zu dreist von der Menschlichkeit in Gegenwart des Königs. Die Höflinge entdeckten kleine Runzeln auf der majestätischen Stirne. Dieß war ein weissagender Wink für ihre Adleraugen. Sie eilten wie Füchse mit brennenden Schweifen zu den Neidern des Grafen. Man verfertigte in Eile unterirdische Fallen. Tannenwald gleitete aus, und verschwand.

Theatermalerey.

Die Höflinge sind die ersten Erfinder der Theatermalerey. Sie vergrössern mit dreister Hand ihre Pinsel; ihre Geduld ist bald erschöpft, sie eilen hastig zum Zweck, und werfen ihre flüchtigen Gemälde nur verwägen hin. Doch in der Ferne halten die Augen ihre Malerey für Miniaturgemälde.