Episode.

Losin hatte dem König lange und treue Dienste geleistet. Er stand am Gipfel des Glückes, und der Ehren, als endlich seine mächtigen Feinde am Hofe seinen plözlichen Sturz bereiteten. Er ward vom König zu einer wichtigen Unternehmung versandt; aber seine Gegner wusten die Sache so hämisch einzuleiten, daß er weder die nöthigen Kriegsleute, noch genug Geld und andere Bedürfnisse zur bestimmten Zeit erhielt. Alles gieng natürlich unglücklich. Das Glück selbst schien sich gleichsam mit seinen Widersachern zu vereinigen. Man schrieb alle Fehler dem Obersten Losin zu. Der Kriegsrath beurtheilte die Handlungen so streng, daß Losin zum Tode verurtheilt wurde. Seine Seele war zu groß, er würdigte sich nicht sich zu vertheidigen. Der König kennt mein Herz, und meine Dienste. Das war alles, was er dem erkauften Kriegsrath zur Antwort gab, und es näherte sich der Tag seines Todes. Niemals war unter dem Volk eine grössere Gährung. Losin war von edlen Bürgern geliebt, von allen Kriegern als ein Held bewundert. Man schloß die Kaufmannsgewölber. Die Handwerker verliessen ihr Gewerbe. Das Volk eilte zur Gerichtstäte. Die Biedermänner zerflossen in Thränen; die Väter erzählten den Söhnen mit Schluchzen seine Thaten, und die Mütter wuschen ihre Säuglinge mit Zähren, indem sie den Patrioten segneten. Selbst der Stab zögerte, und erwartete mit ängstlicher Ungeduld vom König ein gewünschtes Zeichen der Begnadigung; aber vergebens waren alle frommen Wünsche. Unter dem lauten Zuruf, und von Millionen Segen des zuschauenden Volkes begleitet stieg Losin auf das Blutgerüst; sein ruhiges Antlitz war nach seinem edlen Herzen gestimmt. Er grüßte liebreich seine Kriegsgefährten, und dankte der Versammlung des Volkes für die großmüthigen Zähren. Er erwartete mit offenen Augen den Tod, den er so oft in blutigen Schlachten für das Vaterland, und für seinen König verachtete. Schon rüsteten sich die Vollzieher der strengen Gerechtigkeit, als ——[18]

Maschinenkomödie.

Ein Hain am Gestade eines Stromes.

Fritz, Lieschen, zu ihnen Amor.

Fritz. Lieschen, setzen wir uns in das Gras ——

Liesch. Aber sey nicht schlimm ——

Fritz. Zu Zeiten einen Blick, und einen Kuß —— Ich will fromm wie ein Turteltäubchen seyn ——

Liesch. Geh, du bist ein loser Schurke! Der Ort ist einsam —— Mein Herz —— Ach mein Herz ——

Fritz. Wann wird es ganz mein Eigenthum? —— Wär ich reich! —— O Liebe gieb mir eine Heerde!