Vergebt, weil Gott vergiebt!

Als Vater mir verzeiht — mich ruft — und — liebt —

(Er stirbt.)

(Ein ängstlicher Schmerz betäubt das Volk. Nur ein banges Winseln unterbricht das schauervolle Schweigen.)

Scene.

Ein Saal. Alidia, Simena ihre Vertraute.

Alid. Verfinstere mein Schlafgemach! Es soll kein Stral der Sonne die Dämmerung durchbrechen. Schließ sorgfältig die Thüren, und schwöre mir, daß du mich heimlich begraben lässest. Ich will dich bereichern, schwöre mir.

Simena. Ich schwöre! —— Aber theure Gebieterinn —

Alid. Keine Vorstellungen! —— Es ist geschehen. Ich sterbe freywillig. Ich will nicht meinen Feind auf dem Thron erblicken. Eduard ist todt. Sigismund ist sein Thronerbe. Er ärndet die Früchte meiner Rache. Der Gedanke verbittert mir den Tod. Es werde niemand vorgelassen! Man soll nicht die Verwüstung meiner Gesichtszüge bey Annäherung des Todes sehen. Ausserordentliche Wesen müssen groß auf der Welt erscheinen, und plötzlich von der Erde verschwinden. Alles däucht den Augen der Menschen klein, was gebohren wird, und stirbt. Ich will meinen Feinden wenigstens die Freude des Hohngelächters entreissen. Leb wohl! Gedenke deines Eides! —— Ich schliesse mich in mein Schlafgemach!

Alte Epopee.
Ein Gesang.