Es war etwas Gebieterisch-Entsetzliches in dieser grauenhaft nüchternen Rede des Berichtes. Feuer und Schwefel standen darüber und dörrten Blutströme.

Jonsen war aufgesprungen. Er hielt sich die Schläfen, die schmerzhaft hämmerten. In seiner Kehle war kein Ton. Nur eine schwärende verklumpte Tiefe. Ein Reflex kam herauf und spiegelte das Wiedersein der Gräuel als Meer im Gehirn.

Das Gesicht des Schimmelwirts hatte sich zu einer Grimasse breiten Lächelns verzogen. Es kam wie ein Pfiff: „Den Steiger haben sie eingesperrt. Er soll an allem schuld sein . . . he . . . he, he, he.“

Als Jonsen die ohnmächtig gebrochenen Augen auftat, um einen Satz zu sprechen, sah er hundert Gesichter. Flache Fragen wie Fischbäuche und teergesalbt von der Schwärze der Explosion, fuhren ihn an mit Augen, die aus den Höhlen gesprungen waren. Heißer Atem qualmte auf und sengte alles Denken an.

Der Schimmelwirt glotzte Jonsen an wie: ist der Bengel verrückt! Hat er Fusel gesoffen? Gestohlenen Fusel?

So quälte er Jonsen und hatte den Heiligenschein Luzifers mit einem Mal. Da riß Jonsen eine Flasche vom Tisch und schlug sie dem Wirt in die Frage. Säufer und Weiber liefen zusammen.

Jonsen wollte fliehen. Hinunter in die Gruft, zu Piet — zu Piet — und weiter . . .

Der Gendarm aber legte ihm blanke Handeisen fest um die Gelenke.

Das Vorgesicht

(1912)